Gesundheit

Wie alt wird ein Landseer?

Häufig werden Züchter mit dieser Frage konfrontiert, die dann diese Frage meist mit dem max. erreichbaren Alter beantworten, z.B. „So etwa 14 bis 15 Jahre können sie schon werden.“ Die tatsächlichen Lebenserwartungen sind dabei aber weitgehend unbekannt. Abhilfe leistet eine Berechnung aufgrund der vorliegenden Todesmeldungen. Die nachstehenden Grafiken beruhen auf den Meldungen für die Wurfjahre 1981 bis 2000 der VLD-Zucht und der Annahme, dass 2016 alle Landseer dieser Wurfjahre nicht mehr leben. Leider werden nicht alle Todesfälle gemeldet, sodass die Kurven der Grafiken manchmal einen etwas „zackigen“ Verlauf nehmen. Um diesem Mangel abzuhelfen und den Kurvenverlauf etwas zu glätten, wurde eine polynomische Kurvenberechnung vorgenommen.

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Die Grafik „Lebenserwartung“ für beide Geschlechter zeigt, dass bei Beginn des Lebens (Alter 0 Jahre) – genauer bei Welpenabgabe – die Lebenserwartung 9,7 Jahre beträgt. Im Vergleich mit anderen Hunderassen und in Anbetracht der Größe des Landseers ist das sicherlich ein guter Wert.
Zur Anwendung: Hat ein Landseer z.B. das Alter von 9,5 Jahre erreicht, dann beträgt seine durchschnittliche Erwartung 12 Lebensjahre.

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Es heisst ja, dass Rüden i.d.R. nicht so alt wie Hündinnen werden. Die Grafik „Lebenserwartung, Rüden – Hündinnen“ zeigt, dass es auch beim Landseer einen Unterschied in der Lebenserwartung gibt. Dieser beträgt etwa 0,3 Lebensjahre (4 Monate), steigt aber zum max. Lebensende auf etwa 0,5 Lebensjahre (6 Monate) an.

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Interessant ist vielleicht die Grafik „Noch lebende Hunde“. Sie beantwortet die Frage, wieviel Hunde bei Erreichen eines bestimmten Alters noch leben. Hat der Hund z.B. 9,5 Jahre erreicht, so leben noch etwa 60% der betrachteten Gruppe (nier WJ 1981 – 2000).

Die Antwort auf die Frage in der Überschrift lautet also: Die durchschnittliche Lebenserwartung des Landseers beträgt 9,7 Jahre, 58% der Hunde werden aber älter und maximal 15 bis 16 Jahre alt.

Die Berechnung der Lebenserwartung hat auch für die Beurteilung des Gesundheitszustandes eine besondere Bedeutung. Trotz des relativ guten Ergebnisses, lassen sich sicherlich durch zielgerichtete züchterische Maßnahmen noch Steigerungen erzielen. Meist ist es jedoch so, dass die Populationsgrösse  und bereits vorliegende Maßnahmen einer Verbesserung Grenzen setzen.

Juli 2016
H. Grigoleit

 


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